So urteilt die Fachpresse!  
 

"...und dann: bummsie, bummsie"
(Rezension von "Atze, Popov und Bomber machen Istanbul")
Splatting Image, März 2000

 
  Im Sauseschritt durch Niveau-Täler:
Vorgarten-Faschos, Killer-Brote, Rülps-Orgien: Die Homemovie-Philosophen von T.R.A.S.H. präsentieren auf der Sammlung Pearl Harbour III aktuelle Geschmacksverletzungen
taz Hamburg, 24.12.98
 
  Viel Körperflüssigkeit
Wichsen für den Weltfrieden: Hamburgs Trashfilmkooperative Sunny Day Gore
taz Hamburg
 
  Sunny Day Gore - Die Rückkehr der neuen Todesstreifen
(Rezension)
Gory News
 
  Die Rückkehr der neuen Todesstreifen-Video
(Rezension)
Bremer Blatt
 
  Zutaten: natürliches Mineralwasser, Zucker, Kohlensäure
(Rezension von "Die Rückkehr der neuen Todesstreifen")
Splatting Image, Juni 1998
 
  Sunny Day Gore: Die Erfolgsgeschichte eines Filmteams
(Interview)
Plot, 1998
 
  Mülleimermann und Hasi: Sunny Day Gore auf dem Weg zur kulturellen Weltherrschaft
Hamburger Rundschau, 3. April 1997
 
  Außerirdische wählen: Videofestival zwischen superlustig und trickreich
Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 14.5.96
 
  Knusper Joghurt Vanille mit Hafer Pops
(Rezension von "Sunny Day Gore Vol. 1")
Splatting Image, 26/96
 
  Sunny Day Gore: Die blutverliebten Kurzfilmer zeigen ihr neustes Werk
SZENE Hamburg, 3/96
 
 
 

Splatting Image, Nr. 41, März 2000

und dann: bummsie bummsie

Atze, Popov und Bomber machen Istanbul

D 1994-1999, Regie, Kamera, Darsteller, Musik usw.: Die kecken Recken von Sunny Day Gore Produktionen.

Ah, die schon wieder! Sunny Day Gore aus Hamburg präsentieren ihr drittes Tape mit Kurzfilmen - diesmal mit einigen neuen Werken und remasterten alten Gurken, die man aber immer wieder gerne sieht, und die in der Hamburger Szene zu wahren Kult-Epen erklärt wurden.

Das Tape beginnt mit IT'S A HÜ SCHENKEL LIFE, der in Teilen an die bizarr-verrückten Machwerke von Wenzel Storch (SOMMER DER LIEBE, DER GLANZ DIESER TAGE) gewürzt mit einem Schuss Ulrike Ottinger (FREAK ORLANDO, MADAME X - DIE ABSOLUTE HERRSCHERIN) erinnert. Zwei junge Männer stehen offenkundig seit zwanzig Jahren auf dem Deich herum und beschließen, nachdem eine junge nackte Frau vor ihren Augen explodiert ist, nun endlich ihr Leben zu ändern. Ihr erster Weg führt sie zu einem Fischfest auf dem Deich mit Auto-Scooter auf "Damen ohne Unterleib" und bizarren Gewinnspielen ("Fischewerfen! Soll ich?"... "Ich weiß nicht, ich hätte Angst"). Prompt ist eine "Stalin"-Orgel gewonnen, prompt taucht ein Musikmogul auf, prompt beginnt der steile Aufstieg der neuen Pop-Sensation "Hü Schenkel"... und prompt kommen Drogen ins Spiel und korrumpieren Karriere und Freundschaft der beiden. Wer wissen will was das mit Arschbomben, abgerissenen Armen und Beinen, Transformer-Kakerlaken, Pogo, der Entstehung von Captain Popel und Haschspritzen zu tun hat, der muss dieses Mini-Epos schon selbst ansehen. Ein großer Spaß!

Über HASI ON OZONE hatten wir in einer früheren Ausgabe von S.I. bereits berichtet: Dieser Klassiker mit einem ultrabrutalen Stofftier und seiner Handpuppe hat jetzt, vier Jahre nach seiner Entstehung, einen gemafreien Soundtrack bekommen und kommt besonders in angetrunkenem Zustand jetzt noch besser. Ein kleines nihilistisches Splatter-Perlchen.

Ohne Gore und Gewalt, aber mit Gestapo-Gestinke und Nazi-Breakdance geht's in Sturmhardt Eisenkeils verschollen geglaubtem Super-8 Kurzfilm von 1941 weiter. Nett in der Grundidee, aber zu flach für meinen Geschmack.

Ganz anders ist da WOLLE MACH WEITER, ebenfalls neu vertont, der sich stark an die deutschen Existenzialistenfilme der 70er Jahre anlehnt. Wolle wird verhauen und verspottet, kommt wegen Drogen in den Jugendknast, hat einen alkoholabhängigen Debilo-Dad und eine Zicken-Mutter. Aber er findet nach erfolgreichem Zigarettenklau mit Verlust der rechten Hand ein Refugium in einer asozialen Rocker-Gang, die arme Omas überfällt, jungen Männern die Arme ausreißt und sich mit Gewalt-Pornos die Zeit vertreibt ("Wilde Sexspiele reifer Kannibalen-Zombies", lasst mich raten: Regie von Andreas Bethmann?). Bei einer Party kommt es nach "strukturell unmotiviertem Kommunikationsverhalten" (so der Sozialarbeiter) zum ultimativen Blutbad mit Kettensägen und Bohrmaschinen, bei der all seine neuen Freunde grausamst umkommen. Aber jedes Ende ist auch immer ein neuer Anfang, und es kommt zu einem (zugegebenermaßen sehr speziellen) Happy-End. Absoluter Kult - heute noch genauso brisant wie damals!

Das Tape enthält außerdem den Film SCROTUM MAXIMUM von Sunny Day Gores Dirk Gerbode und den Braren-Brüdern, der von seiner Machart, seiner Herangehensweise und seinem Gesamttenor doch grundverschieden zu den restlichen Filmen auf diesem Tape ist. Viel professioneller, glaubhafter und ernster, dabei aber nicht minder absurd, wird hier ein hochintellektueller Diskurs über Moralbegriffe und gesunden Menschenverstand abgehalten, nachdem ein Medizinstudent das vorgeführte Entzünden von sich im Hodensack bildeten Leichengasen als "moralisch bedenklich" tituliert hat. Dass die Leiche eigentlich noch lebt und wild auf Frauen ist, interessiert in diesem Zusammenhang die Protagonisten wenig... Ein kleiner, surrealer Film, der Lust auf mehr macht und wahrscheinlich deshalb so gut funktioniert, weil hier der "Tongue-in-Cheek" Faktor bewusst weggelassen wurde, und er daher den Zugang jenseits von Trash-Dimensionen erlaubt.

Nach soviel innovativen Ideen und komplett "anderem" Humor fragt man sich, wann für die Sunny Day Gore-Macher die Zeit gekommen ist, sich an einen "richtigen" Film heranzuwagen. Ich jedenfalls hoffe ganz stark auf eine Entwicklung in diese Richtung, denn Deutschland kann mehr als nur EINEN Filmemacher im Kaliber Wenzel Storchs gebrauchen!

Bestellbar ist das Tape über Sunnny Day Gore, Thedestr. 89, 22767 Hamburg oder sunny-day-gore@gmx.de. Internet: http://www.zone-hamburg.com/sunny-day-gore. Graf Haufen
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Szenenfoto "It´s a Hü Schenkel Life"
It´s a Hü Schenkel Life

Szenenfoto "10. Mai 1941"
10. Mai 1941

 
 
Taz Hamburg

Viel Körperflüssigkeit

Wichsen für den Weltfrieden: Hamburgs Trashfilmkooperative Sunny Day Gore

Der Humor hängt tief, wenn Sunny Day Gore die Kamera rausholen. Alle möglichen Körperflüssigkeiten, Dosenbier und der unbedingte Wille zum Trash prägten bislang das Schaffen der Hamburger Produktionskooperative. In einer Arbeit sieht man die Filmemacher, die immer auch ihre eigenen Darsteller sind, wortwörtlich für den Weltfrieden wichsen, in einer anderen machen sie sich schamlos über Menschen mit gestörtem Räumlichkeitssinn lustig - zum Beispiel über Adolf Hitler, der sich bei der Ziehung der deutschen Grenzen ja irgendwie immer grob verschätzt hat.

Der Witz der Indie-Filmer ist zwar nicht sonderlich elaboriert, aber die eine oder andere Pointe knallt schon. Früher durfte kein Streifen in der Herstellung länger als einen Tag dauern, heute feilen die Regisseure von Sunny Day Gore schon ein bisschen länger an ihren Arbeiten.

Das Filetstück der Menschlichkeit etwa ist ein Gangsterstreifen, in dem jeder jeden linkt. Dramaturgisch sehr ausgefeilt - um am Ende jede Dramaturgie über den Haufen zu schmeißen. Auch den Sinn des Musikvideos Gegen Sex in Speiseaufzügen muss man suchen. Dafür kommt der Dreiminüter, der einen Song von Happy Grindcore illustriert, mit extremer Dynamik daher. Vom Clip-Kanal Viva gab es dafür sogar einen Preis.

In der Egalbar stellen Sunny Day Gore morgen überwiegend inspirierte Widerlichkeiten von gestern und heute vor.
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Gory News

SUNNY DAY GORE - DIE RÜCKKEHR DER NEUEN TODESSTREIFEN

Regie: S. D. Gore Team / D 1996-98 / 49 Min
Darsteller: Jürgen Kittel, Jan Braren, Lulu Ferber
Produrent: Sunny Day Gore
Schnitt: Horno Grip
Special Make Up FX: Sunny Day Gore

Die folgenden Kurzfilme des Sunny Day Gore Teams unterscheiden sich in ihrer Machart, ihrem Humor und der filmerischen Qualität noch untereinander, doch sind sie allesamt Paradebeispiele für gelungene Partyunterhaltung, die nicht nur Freax-Fans und Amateuranhänger zu schätzen wissen sollten.

Los geht's: Das Filetstück der Menschlichkeit: Die erste Einstellung zeigt einen Bewaffneten mit Homer Simpson-Maske, wie er zu einem Koffer geht, der auf offener Straße herumsteht. Fade. Zwei Freunde, Gerd und Ralph, sitzen im Auto, lesen Zeitung und ekeln sich, weil es in dem Bericht um einen Nekrophilen geht, der gerne Gräber aushebt usw. Danach sprechen die beiden einen geplanten Kunstraub durch, den sie gemeinsam begehen wollen. Alles ist bis auf die Minute genau geplant. Gerd kann unter keinen Umständen mit dem Raub in Verbindung gebracht werden, Jan setzt sich mit einem bereits gebuchten Flugticket ins Ausland ab. Doch da Gerd auf dem Weg zum Flughafen bemerkt, daß er Ralphs Ticket zu Hause hat liegen lassen, kehrt man dort schneil wieder ein, um es zu holen. Doch es kommt alles ganz anders...

Hier zuviel zu verraten, wäre unfair, da der Kurzbeitrag mit tollen Einfällen, Twists und Wendungen aufwartet, die man ihm zuerst nicht zugetraut hätte. Die fast schon komplexe Geschichte gipfelt in einem unvorhersehbaren (Happy?) End für genau zwei Beteiligte. Schnitttechnisch brillant, sauber nachvertont und überhaupt der mit Abstand beste Film auf dieser Compilation; ein Stern am Amateur-Kurzfilmhimmel.

Fünf Prozent ist ein Pseudo-Dokumentarfilm über Herrn K., der kein räumliches Wahrnehmungsvermögen besitzt. Er verfehlt zum Beispiel mehrmals die Klingel, die er betätigen muß, um zu seiner Selbsthilfegruppe zu gelangen. Ganz komisch, wenn man auf einer Party ist. Besser ist da schon wieder Kochen mit Kai, ein Koch schneidet sich beim Brotschmieren in den Finger. Was danach kommt, ist so kurz und schmerzvoll, daß man nichts weiter verraten sollte. Jedenfalls ist abgedreht der passendste Ausdruck.

Ebenso verrückt kommt dann auch der nächste Beitrag Space Command: Entscheidung im Sektor Eta daher: in schönster Trash-Traditze erreicht eine Raumfahrer-Crew den Picknickplaneten und muß schon bald feststellen, daß die Legende vom wilden Watz nicht erstunken und erlogen ist. Mit Fahrrad und vereinten Kräften tritt man dem Waldbewohner oder was er überhaupt sein mag entgegen. Happy Grindcore: Gegen Sex in Speiseaufzügen zeigt gelangweilte Gäste auf einer Party, die durch einen Jungle-Grindcore-Mix Live-Gig in richtige Partystimmung versetzt werden. "Seltsam" ist das Wort zur Tat, vielleicht auch unterschwellig und psychedelisch. Jeder sollte selbst entscheiden, wie er den Film ansehen möchte. Der schöne Tom Smegma erzählt uns ein kleines Märchen, das wieder so kurz aber kaputt ist, daß man es nicht glaubt. Abschließend gibt es noch Für eine Handvoll Fumpfmack, Westernkurzstoryparodie, und Der Jochen Film, der schwergängigste Film und eher nicht erwähnenswert.
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Bremer Blatt

Die Rückkehr der neuen Todesstreifen - Video

Unglaublich, was diese jungen Damen und Herren aus Hamburg, die ich dem Fidel Bastro-Umfeld zurechnen darf, da mit ihren acht Miniaturfilmen fabrizieren. Da erwacht schlecht behandeltes Gemüse zum Leben und rächt sich mitsamt einem baguette an den Tätern. Da gibt es ein Video von Happy Grindcore. Da hängen ein paar als Tiere verkleidete Bekloppte in einer Kneipe rum und werden vom rosa Hitler-Elefanten plattgemacht. Da beamen sich ein paar verrückte Außerirdische vom Sektor Eta auf die Erde, um fahrradfahrend ein hippieskes Monster zu jagen. Durchgedrehtes und aberlustiges Material durch die Bank weg. Kaufpflicht.
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Splatting Image, Juni 1998

Zutaten: natürliches Mineralwasser, Zucker, Kohlensäure

DIE RÜCKKEHR DER NEUEN TODESSTREIFEN

Die Sunny Day Gore-Amateurfilmtruppe legt mal wieder ein bemerkenswert unterhaltsames Bilanztape der letzten Jahre vor. Den Höhepunkt gibt's gleich zu Anfang: DAS FILETSTÜCK DER MENSCHLICHKEIT.

Gerd und Ralph ziehen einen Gemälderaub durch. Doch Gerd tötet Ralph und zerhackt ihn. Kurz darauf bekommt er einen Erpresserbrief: Die Beute oder die Polizei wird informiert. Anja, die Freundin des toten Ralph... aber das war schon viel zuviel. Am Ende gibt's jedenfalls einen Ritt in den Sonnenuntergang. Die Dialoge haken zwar ein wenig, aber DAS FILETSTÜCK ist recht gut gefilmt, macht Spaß und das Ende ist ein Schenkelklopfer.

FÜNF PROZENT aller Menschen verfügen über kein räumliches Wahrnehmungsvermögen. Herr K. und seine Selbsthilfegruppe teilen da das Schicksal von prominenten Figuren der Geschichte, wie Adolf Hitler und Kurt Cobain.

KOCHEN MIT KAI hat alles, was er braucht: Ein "Ahh, ahh, autschi" und den Superhelden Robocroque...

SPACE COMMAND II: ENTSCHEIDUNG IM SEKTOR ETA. Hier radelt das Außenteam durch grüne Wälder auf der Suche nach einem Picknickplatz, alles Außerirdische abknallend, was vor die Flinte kommt, bis der Anführer plötzlich verkündet: "Halt! So kommen wir nicht weiter.", und alles von den Rädern steigt und schiebt. Hier beschleichen einen Erinnerungen an HLTV-III und man sucht den buchstäblichen roten Faden, der sich durch den Wald schlängelt.

HAPPY GRINDCORE: "GEGEN SEX IN SPEISEAUFZÜGEN (JUNGLE REMIX)" ist soetwas wie ein Musikvideo, sogar mit echten Frauen.

DER SCHÖNE TOM SMEGMA entzieht sich Begriffen wie "absurd", "schräg", "skurril" oder sogar "kraß". Hier spielen Adolfhörnchen und Bedolfhörnchen mit!

FÜR EINE HANDVOLL FUMPFMACK ist wieder so professionell gefilmt wie DAS FILETSTÜCK. Ein Western: Eine Fliege wird ihr Leben lassen, aber vorher wird die Langsamkeit entdeckt.

DER JOCHEN-FILM schließlich ist der gefilmte Antwortbrief für ein Amateurfilm-Festival von Berlins wunderbarem Jochen Enterprises Verlag, der Leute wie Phil, Tom oder Lillian Mousli betreut. Jedenfalls kann man diese zerrissene Welt wieder zusammenflicken, nur indem man draufwixt und die Stücke damit ordentlich wieder zusammenleimt.

Infos zu Sunny Day Gore gibt's unter www.zone-hamburg.com/sunny-day-gore. Sven Berndt
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Das Filetstück der Menschlichkeit
Das Filetstück der Menschlichkeit